Peter Eder


Altbürgermeister und Ehrenbürger von Lend

Seine politische Karriere begann bereits vor 41 Jahren im Gemeinderat. 1993 wurde er das erste Mal zum Bürgermeister gewählt und er absolvierte eine beachtlich Amtszeit von 22 Jahren. Der sportliche Altbürgermeister zeichnet sich durch eine exzellente Rhetorik und ein umfangreiches Wissen über die österreichische Politik aus und ist unter anderem ein sattelfester Krisenmanager, von dem viele Regierungsmitglieder sämtlicher Parteien noch vieles lernen könnten. RN: Herr Eder, Sie sind ein versierter Politiker und bekleideten 22 Jahre lang das Bürgermeisteramt in Lend. Ihnen wurde die Ehrenbürgerschaft als höchste Auszeichnung für Ihre Verdienste um das Gemeinwohl verliehen. Welche Gründe motivierten sie damals in die Politik zu gehen und gab es diesbezüglich auch politische Vorbilder für Sie? PE: Mein Vorbild war der damalige Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky und meine Motivation politisch tätig zu sein, entstand aus einem natürlichen Gerechtigkeitssinn heraus. Damals in den 1970er Jahren herrschten noch sehr viele soziale Missstände und es war ein klarer Auftrag für die Sozialdemokratie, eine soziale Besserstellung der Arbeiter und Angestellten zu erreichen. RN: Was ist ihre Lebensphilosophie? PE: Lebensphilosophie… mich stört, dass die Kluft zwischen Reich und Arm immer größer wird. Weshalb es unbedingt notwendig ist, die wirklich großen Kapitalträger mit entsprechenden Steuern zu belegen, damit der Mittelstand auch weiterhin eine Zukunft hat. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass jeder einzelne von uns die Gesellschaft ausmacht und viel es, wofür man früher kämpfte, einfach zu selbstverständlich geworden ist.
RN: Inwiefern hat sich Ihrer Meinung nach, die Politik auf kommunaler und nationaler Ebene seit der Jahrtausendwende verändert? PE: Diese Veränderungen entstanden schon Jahre vorher. Durch das Aufkommen des Populismus wurde es immer schwieriger den Anforderungen und Wünschen aller Menschen gerecht zu werden. Die Medien berichten hauptsächlich über negative Ereignisse und selten bis nie über die positiven Errungenschaften in der Politik, weshalb in der Öffentlichkeit oft ein falsches und einseitiges Bild entsteht. RN: Seit 2008 prägt die Finanz- und Wirtschaftskrise die ökonomische Entwicklung in Österreich und der EU. In weiterer Folge gab es auch tiefe Einbrüche in der Realwirtschaft, die sich auch auf den Industriestandort Lend auswirkten. Wie sind Sie damals als amtierender Bürgermeister und als Betriebsrat der SAG, und vor allem persönlich mit diesen Herausforderungen umgegangen? PE: Das war eine Katastrophe, da in erster Linie der Betrieb erhalten werden musste und es natürlich darum ging die Mitarbeiter entsprechend abzusichern. Nüchtern betrachtet sind wir aber alle an dieser Herausforderung gewachsen und zu versierten Krisenmanagern geworden. Lieber Herr Eder, vielen herzlichen Dank für das Interview und die Zeit, die Sie mir zur Verfügung gestellt haben und ich wünsche Ihnen im Namen der Redaktion ein glückliches und gesundes Neues Jahr und eine gute Zeit. Birgit Brugger

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Wissenswertes über Lend:

Höhe: 663 Meter ü. A.
Fläche: 29,35 m²
Einwohner (1.1.2016): 1.351
46 Einwohner pro km²
Bürgermeisterin: Michaela Höfelsauer